Tibetische Lehrer

Tibetische Lehrer

Im Tibetischen Kulturkreis wird die Rolle des Lehrers sehr betont. Man verhält sich ihm oder ihr gegenüber mit ausgesuchtem Respekt. In der Literatur finden sich viele Lobpreise auf den eigenen Lehrer und die der Überlieferungslinie. Was modernen Europäern auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen mag, ist eine logische Konsequenz der Erkenntnis, dass die Lehre des Buddha heute nicht mehr zugänglich wäre, hätte es nicht Menschen gegeben, die sie gehört, verinnerlicht und an Lernende weiter gegeben hätten.

Seine Heiligkeit XIV. Dalai Lama

S.H. Dalai Lama mit S. E. Dagyab Rinpoche
S.H. Dalai Lama mit S. E. Dagyab Rinpoche

Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama ist Schirmherr des Tibethauses. In Einklang mit seinen Wünschen zu handeln ist eine wichtige Maxime der Tibethaus-Aktivitäten.

Am 6. Juli 1935 wurde Lhamo Dhondup – der heutige Dalai Lama – im Dorf Taktser in der Provinz Amdo geboren. Nachdem seine Identität feststand, erfolgte 1940 die feierliche Einsetzung des Kindes in Lhasa. Sein neuer Mönchsname lautete von nun an: Jetsun Jamphel Ngawang Lobsang Yeshe Tenzin Gyatso, der XIV. Dalai Lama von Tibet. Der zukünftige Herrscher von Tibet durchlief eine strenge Ausbildung. Nach einem Volksaufstand am 10. März 1959 gegen die chinesischen Besatzer sah sich der Dalai Lama mit vielen seinen Landsleuten gezwungen nach Indien zu fliehen. Seitdem lebt er im nordindischen Ort Dharamsala. Auf seinen Reisen, die ihn rund um den Globus führten und anlässlich seiner Begegnungen mit anderen religiösen Führern und Politikern wirbt der Dalai Lama für eine friedliche Lösung der Tibetfrage sowie anderer weltweiter Konflikte, Menschenrechtsprobleme und ökologischer Probleme. 1989 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis.

Nähere Informationen über Leben und Werk des Dalai Lama finden Sie auf seiner offiziellen Homepage (www.dalailama.com).

Seine Eminenz Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche

S.E. Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche
S.E. Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche

Seine Eminenz Loden Sherab Dagyab Kyabgön Rinpoche (kurz: Dagyab Rinpoche) wurde 1940 im Osten Tibets geboren und mit vier Jahren als der IX. Kyabgön (Schutzherr) der Region Dagyab anerkannt. 

Er zählt zu den ranghöchsten Geistlichen Tibets und steht dadurch in enger Verbindung mit dem XIV. Dalai Lama. 1959 flüchtete Rinpoche mit ihm nach Indien. Von 1964 bis 1966 leitete er das Tibethaus in Neu-Delhi, welches als international anerkanntes Zentrum zur Erhaltung und Förderung der tibetischen Kultur gilt. 

Er kam 1966 auf Einladung der Universität Bonn nach Deutschland. Dort forschte, lehrte und publizierte er 38 Jahre lang am Zentralasiatischen Institut der Universität. Erst auf mehrfache Bitten einiger Interessierter hin begann Rinpoche, auch im Westen buddhistische Unterweisungen zu geben. Dies führte 1984 zu der Gründung des Buddhistischen Zentrums Chödzong in Erlangen, Bayern. 

Nach 21 Jahren regte Rinpoche an, die Organisation nach dem Modell der Tibethäuser in New Delhi und New York umzustrukturieren, um die tibetische Tradition zu bewahren und den kulturellen Austausch mit dem Westen zu fördern. Daher zog Chödzong e.V. 2005 nach Frankfurt am Main und wurde dort zum Tibethaus Deutschland. 

Dagyab Rinpoche ist auch Mitglied des Kuratoriums der Tibethaus Kulturstiftung.

Mehr Details über sein Leben und Wirken finden sich auf seiner Homepage: www.dagyab-rinpoche.com.

S. E. Zong Rinpoche

Zong Rinpoche
Zong Rinpoche

Dagyab Rinpoche hat 2016 den jungen tibetischen Lama Zong Rinpoche zum spirituellen Ko-Leiter des Tibethauses ernannt. Dieser ist schon seit mehr als 15 Jahren mit der Schülerschaft rund um Dagyab Rinpoche verbunden. Er ist die Wiedergeburt des legendären Zong Rinpoche, der stark zur Verbreitung des Buddhismus im Westen beigetragen hat. 

Zong Rinpoche wurde 1985 in Kulu, Nordindien geboren und studiert und unterrichtet im Ganden Shartse Kloster in Südindien. S.H. der Dalai Lama schätzt ihn und sein Wissen sehr und sieht ihn als einen Hoffnungsträger der Generation der jungen tibetischen Rinpoches. 

Mit der westlichen Kultur ist er bestens vertraut, da er als Kind eine Montessori-Schule besucht (was sehr ungewöhnlich ist), auch einige Zeit in den USA gelebt hat. Er spricht ausgesprochen gutes Englisch.

Shenphen Rinpoche

Shenphen Rinpoche
Shenphen Rinpoche

Seit März 2017 hat das Tibethaus auch einen philosophischen Hauslehrer, Shenphen Rinpoche.

Der junge Gelehrte ist ein umfassend ausgebildeter Lama der jüngeren Generation, der ein mehr als 20-jähriges Studium aller Wissensgebiete der buddhistischen Philosophie nach alter Tradition im Kloster Ratö, Südindien, absolviert und mit dem höchsten TitelGeshe Lharampa(ähnlich wie Doktortitel) abgeschlossen hat. Rinpoche ist ein sehr warmherziger und bescheidener Mensch, der offen und interessiert am westlichen Leben in Frankfurt teilhat. Er lehrt in seiner tibetischen Muttersprache und wird ins Deutsche übersetzt. In der persönlichen Kommunikation bedient er sich mehr und mehr der englischen Sprache.

Lodrö Tulku Rinpoche

Lodrö Tulku Rinpoche
Lodrö Tulku Rinpoche

Lodrö Tulku Rinpoche wurde 1942 in Dahor/Osttibet geboren und studierte in Sera, bis er 1959 nach Indien fliehen musste. An der Universität Kalkutta wurde er zunächst Dozent für Religionsgeschichte, bevor er auf Bitten S.H. Dalai Lama 1967 in die Schweiz kam. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat er als Lehrer, Übersetzer und Autor im klösterlichen Tibet-Institut in Rikon gearbeitet. Inzwischen lebt er in Erlenbach bei Zürich und leitet die Zentren Samdup Drölma Ling/Erlenbach und Ganden Chökor in Churwalden.

Er spricht hervorragend Deutsch und hat eine Sammlung mit seltenen Chöd-Texten in deutscher Übersetzung herausgegeben. Seit vielen Jahren kommt er im Herbst zu einem verlängerten Wochenende ins Tibethaus.