„AUF DER SUCHE“ 19.02. - 01.07.2016

Ausstellung "Auf der Suche" Tibethaus

Bilder von Kathup Tsering und Tenzin Lodoe

Kathup Tsering, Österreich

Kathup Tsering wurde in 1978 in Tso (Amdo), Tibet, geboren. Er schloss die High School in Tibet ab. 1994 flüchtete er nach Indien und besuchte dort das TCV. An der Universität Delhi studierte er Computertechnik. Seit 2008 lebt er in Europa.

Seine Haltung zur Visuellen Poesie: Manche sagen, dass die visuelle Poesie mühelos gestaltet werden kann, wenn es so ist, gestalte ich meine Gedichte, meine Vorstellungen, meine Gedanken und mein visuelle Kunst.

Meine künstlerische Kreativität wird selbstverständlich beeinflusst durch die reiche tibetische Kultur und Sprache. Ich benutze die tibetische Sprache, um visuelle Gedichte zu schreiben.

Ich glaube, dass ich so einen direkten Zugang zur Weltliteratur habe, deshalb müssen die Gedichte nicht in eine andere Sprache übersetzt werden. In diesem Sinne leiste ich einen kleinen Beitrag für die Weltliteratur.

Wenn ich eine künstlerische Arbeit über S. H. dem Dalai Lama gestalte, denke immer an das bekannte Langlebensgebet für S. H. Dadurch erscheint sofort sein Bild vor mir. Oder wenn ich in Gedanken Tenzin Delek Rinpoche anrufe, dann entsteht ein schmerzhaftes Gefühl im Herzen. Mit Schmerzen und gleichzeitig mit Frieden schreibe ich ein visuelles Gedicht für ihn.

Tenzin Lodoe, Schweiz

Tenzin Lodoe ist ein Exiltibeter, der in Dharamsala, Indien geboren wurde.

Nach seinem Schulabschluss vom TCV in Dharamsala studierte er Journalismus an der North Western University, USA. Sein Master machte er im “Centre Européen de Recherches Internationales et Stratégiques” Brussels. Tenzin arbeitet als Konsulent für Management, malt und lebt in der Schweiz.

Beschreibung seiner kreativen Arbeit: „Die Ausdrücke meiner Arbeit in Farben und Formen sind materielle und visuelle Wegbegleiter auf der Suche danach, das Leben zu verstehen, ihm einen Sinn zu geben und es mit anderen zu teilen. Ich bin geboren und aufgewachsen im Exil. Ich habe das starke Bedürfnis, alles Tibetische zu bewahren. Es gibt bei mir viele innere Kräfte, die mir im Exil das Gefühl geben, eine Art ‚Topfpflanze‘ zu sein. Damit fühlt  man sich niemals richtig wohl, Wurzeln zu schlagen. Man versteht die eigenen Grenzen und Erwartungen nicht, man hat immer einen inneren Drang. sich auf die Suche zu begeben. Ganz gleich ob äußerlich oder innerlich, man hat immer eine Sehnsucht danach, sich auf den Pfad der Suche nach dem Tibetischen in einem selbst zu begeben. Das Weltliche zu durchsuchen, in einer einzigartigen Mischung von Freude und Sorge zu verweilen, stets bestrebt, die Mitmenschlichkeit im grellen Schein des gewöhnlichen und brutalen Kommerz nicht zu verlieren.

Die Ausstellung wird noch bis Juni 2016 zu den regulären Öffnungszeiten des Tibethauses besucht werden können. Sie sind herzlich willkommen!