26.03.2008

Ausgabe 26.03.2008

Themenübersicht

Berichte und Nachrichten:
1. Meditation für den Frieden
2. Offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund
3. Friedensmarsch für Tibet in Süddeutschland
4. Osterkurs mit Dagyab Rinpoche im Schnee von Elke Hessel
5. "Dharma, subjektiv": der Gastkommentar in der ChöMail

Programm:
6. Termine
7. Zitat der Woche

1. Meditationen für den Frieden

Aus Anlass der erschütternden Nachrichten aus Tibet werden wir bis auf weiteres jeden Mittwoch- und jeden Donnerstagabend im Tibethaus "Meditationen für den Frieden" durchführen. Wir treffen uns wie üblich jeweils um 19.30 Uhr. Birgit Justl und Martin Brüger (mittwochs) bzw. Geshe-la (donnerstags) werden die Meditationen anleiten.

2. Offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund

Das Tibethaus hat sich in einem offenen Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund gewendet, um die Olympia-Verantwortlichen zu ermutigen, all ihre Möglichkeiten für Verhandlungen mit der chinesischen Regierung über die Situation in Tibet engagiert zu nutzen. Nachzulesen im Anhang dieser Chömail und - hier - auch auf der Homepage des Tibethauses.

3. Friedensmarsch für Tibet in Süddeutschland

"Der Verein der Tibeter in Deutschland e. V." macht derzeit mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Situation in Tibet aufmerksam: Am Ostersonntag startete in Regensburg der "Friedensmarsch für Tibet". Rund 25 Menschen sind unterwegs und werden am Samstag, den 29. März in München eintreffen. Dort werden sie die Veranstaltung "Flamme für Tibet" begrüßen.

Am heutigen Mittwoch startete die Truppe ihren Marsch in Landshut - wie immer mit einer Versammlung vor dem Rathaus. Auch viele Landhuter Bürger fanden sich ein, um friedlich ihre Solidarität mit Tibet zu bekunden. Anschließend begab sich die Gruppe auf den Weg nach Moosburg. Den Marschierenden geht es gut, und sie erfahren große Unterstützung seitens der Bevölkerung am Straßenrand, die ihrer Sympathie mit kleinen Geschenken Ausdruck verleiht. Die Veranstalter legen größten Wert darauf, dass der Friedensmarsch in jeder Weise gewaltfrei abläuft.

Wegen der Kosten für Fahrten, Essen und Übernachtungen sind die Veranstalter für jede finanzielle Unterstützung, kleine wie große, dankbar. Spenden können mit dem Kennwort "Friedensmarsch-Spende" an den "Verein der Tibeter in Deutschland" überwiesen werden: Kontonummer 11 53102 bei der Volksbank Gießen (BLZ 513 900 00).

Die bisherigen Stationen des Friedensmarsches waren:

Ostersonntag, 23. März: Regensburg, vor dem Rathaus um 10 Uhr
Ostermontag, 24. März: Kelheim, vor dem Rathaus um 10 Uhr
Dienstag, den 25. März: Landsquell, vor dem Rathaus um 10 Uhr
Mittwoch, den 26. März: Landshut, vor dem Rathaus um 10 Uhr

Geplant ist folgender Verlauf:

Donnerstag, den 27. März: von Moosburg nach Freising
Freitag, den 28. März: von Freising nach Garching
Samstag, den 29. März: Ankunft in München

Weitere Informationen beim Verein der Tibeter in Deutschland: Frau Lhanzom Everding, Postfach, 300 429, 53184 Bonn, vtd1935(at)yahoo(dot)de

4. Osterkurs mit Dagyab Rinpoche im Schnee
    
von Elke Hessel

Der diesjährige Osterkurs fand wieder im äußerst idyllischen Kamalashila Institut in der tief verschneiten Eifel statt.

S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche erteilte uns die Ermächtigung in Cakrasamvaras "Äußerem Mandala" mit fünf Gottheiten aus der Ghantapa-Tradition, sowie eine Ermächtigung in Cakrasamvara der Ghantapa-Tradition mit Köpermandala, mit zusätzlichen Kommentar-Unterweisungen. Diese Möglichkeit wird nur äußerst selten gegeben.

Ca. 80 Teilnehmer waren dazu angereist, einige davon aus Österreich, der Schweiz, Holland, England und sogar aus Ungarn.

Der tibetische Ausdruck: tendrel, was soviel wie "Zusammentreffen von guten Qualitäten" bedeutet, traf auf diese Veranstaltung in vollkommener Weise zu.

Rinpoches Unterweisungen waren sehr intensiv und tiefgründig, die Atmosphäre während der ganzen Woche konzentriert und freudig. Am Ende hatten wir alle das - fast schon familiäre - Gefühl, ein Stück mehr zusammengewachsen zu sein.

Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Osterkurs, der thematisch an den jetzigen Kurs anschließen soll.

Ein Gruppen-Retreat zu Cakrasamvara der Ghantapa-Tradition wird vom 7.-17.08.2008 in Höfen organisiert werden. Dazu hat Simone Hensel eine Retreat-Anleitung zusammengestellt, die als PDF Datei im Tibethaus angefordert werden kann.

5.  "Dharma, subjektiv": der Gastkommentar in der ChöMail

"Dharma, subjektiv" könnte das Diskussionsforum der ChöMail werden. Unter dieser Überschrift hat künftig jeder ChöMail-Leser / jede ChöMail-Leserin Gelegenheit, seinen / ihren persönlichen Standpunkt zu Themen rund um Buddhismus, Tibet und Dharmapraxis darzustellen. Die Beiträge sollen zur Diskussion einladen.

Heute: "Selbstlosigkeit" von Willi Maassen

Im letzten "Dharma, subjektiv" wurde geschrieben: "Seltsam, dass ich bei dem Gedanken, dass "Selbstlosigkeit" die Lösung sein könnte, wieder das Gefühl habe, Boden unter die Füße zu kriegen."

Genau das finde ich großartig. Ich möchte anhand von Dagyab Rinpoches Text "Ein guter Mensch sein" einen kleinen Exkurs über Selbstlosigkeit wagen.

Betrachte ich Rinpoches Schrift genau, kann ich unterscheiden zwischen Ich, Selbst und Ego. Ich bedeutet lediglich die Identifikation des Zusammenspiels von Körper und Geist. Wo hingegen Selbst schon ein "gewisses Ego" beinhaltet, was aber auch "gesundes Selbst" genannt werden könnte.

Ego dagegen ist ein Gefängnis, vollkommene Konzentration auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse, ohne rechts und links zu schauen. Ohne die Abhängigkeit der eigenen Existenz von vielen Ursachen und Bedingungen zu berücksichtigen, d.h. dass ich von vielen Menschen abhängig bin und auch deren Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen muss, um mein letztliches Ziel, nämlich Glück, zu erreichen.

Ich muss also liebevoll mit mir und anderen umgehen. Was heißt das? Einerseits brauche ich die Einsicht, dass mein Glück von den anderen abhängig ist und andererseits, dass liebevoller Umgang mit mir selbst bedeutet, auf andere Rücksicht zu nehmen, an ihre Wünsche und Bedürfnisse zu denken.

Liebevoll sein bedeutet nicht empfindlich sein. Kann ich eine kleine Ungeschicklichkeit ertragen und vielleicht den Hintergrund dieser kleinen Verletzung erkennen, entwickelt sich Empfindsamkeit und innere Stärke. Mein Selbstbewußtsein wird gestärkt und ich kann immer mehr ertragen. Ich denke weniger an mich. Welche Errungenschaft!

Meine Geduld den täglichen Ärgernissen gegenüber wird größer und größer. Diese Erfolgserlebnisse bestärken mich mehr und mehr. Am Ende kann ich fast unverletzlich werden, an die Situation, in der die anderen stecken, denken und Verständnis und Nachsicht entwickeln.

Karma (Handlungsnetz) wächst an, d.h. Ursachen und Wirkungen verstärken sich immer mehr. Mein positives Handeln bringt eine leise Freude hervor, die mich trägt und letztlich vielleicht zu etwas Selbstlosigkeit führt.

6. Termine

  • 28.-30.03.2008 | Einführung in Thangka-Malerei III | Workshop | Marian van der Horst |
  • 11.04.2008 | Freie Frauen und Männer im Buddhismus - und die Grüne Tara | Öffentlicher Vortrag | Sylvia Wetzel |
  • 12.-13.04.2008 | Grüne Tara und die Übung im Alltag | Übungstage | Sylvia Wetzel |
  • 25.04.2008 | Buddhismus und Wirtschaft | Forum | Birgit Justl und Olaf Lismann |

7. Zitat der Woche

"Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang,
sie träufelt wie des Himmels milder Regen
zur Erde unter ihr; zwiefach gesegnet:
sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt......"

aus Shakespeares "Kaufmann von Venedig"