31.07.2009 [Sonder-Ausgabe]

Sonder-Ausgabe 31.07.2009

Sonder-Chömail anlässlich des Besuchs des Dalai Lama

S.H.Dalai Lama, S.E.Dagyab Rinpoche
S.H.Dalai Lama, S.E.Dagyab Rinpoche

Vier Blitzlichter vom ersten Tag

1. Audienz und noch mehr Arbeit

"Bitte keine Blitzlichter," heißt es zu Beginn der Audienz mit S.H. dem Dalai Lama. Das Tibethaus Deutschland hat rund 200 Mitglieder eingeladen. Im Audienzraum steht ein  beeindruckender Thron, den Seine Heiligkeit fröhlich kommentiert: "Ist der für den chinesischen Kaiser?"

Für den Kaiser von China ist er definitiv nicht, aber für den Schirmherrn des Tibethauses: Seine Heiligkeit wird nach den zukünftigen Aufgaben des Tibethauses gefragt. Sie unterstreicht die Wichtigkeit der Förderung der buddhistischen Lehre, des Erhalts der tibetischen Kultur und der Stärkung der Community. Das Tibethaus solle auch ein Ort für akademische Studien werden. "Ihr habt sehr viel gearbeitet, das Tibethaus hat sich etabliert," lobte er und ergänzte sogleich lachend: "Und es kommt noch mehr Arbeit auf Euch zu!" 

2. Warten verbindet! 

Über 6.000 Menschen sind zum Auftakt des viertägigen Besuchs Seiner Heiligkeit gekommen.  Der Start des Tages ist etwas schleppend: Zu viele Menschen strömen ins Stadium, gleichzeitig und in letzter Minute. Hier im  Stadium sollte es doch eigentlich "sportlich schnell" gehen! Leider bilden sich viele Schlangen - Leute mit durstigen Kehlen, umzutauschenden Online-Tickets und knurrendem Magen. Aber was soll’s: Warten verbindet!

Schnell kommt man ins Gespräch, trifft Leute von der halben Erdkugel, hört Schwäbisch und Berlinerisch, Englisch, Französisch, Schweizerisch, Niederländisch, ein paar Fetzen Italienisch und Spanisch und blickt in viele asiatische Gesichter. Tibeter sind hier, natürlich, und viele Vietnamesen. Es gibt auch viele Mongolen, einige sind extra angereist, 9.000 Kilometer weit:  Sie wollen ihrem religiösen Oberhaupt, dem Dalai Lama, "dem Meer der Weisheit", ein Konzert geben oder hoffen, dass er für ein krankes Familienmitglied betet. "Einmal im Leben den Dalai Lama treffen" lautet der viel diskutierte "Werbespruch" auf der Internetseite - es scheint etwas dran zu sein...  

3. "Der fliegende Berg"

…war mit falscher Uhrzeit (19:30 Uhr) angekündigt. Die spannende Lesung mit dem österreichischen Autor und Heinrich-Böll-Preisträger Christoph Ransmayr im Museum der Weltkulturen (Schaumainkai 29-37) beginnt schon um 19:00 Uhr! Er liest von zwei Brüdern, die von Irland ins Land Kham und in die Gebirge Osttibets aufbrechen, um dort einen noch unbestiegenen namenlosen Berg zu suchen, vielleicht den letzten Weißen Fleck der Weltkarte... Beginn Punkt 19 Uhr (nicht erst um 19:30 Uhr wie angekündigt.) Davor können Sie sich die geniale Foto-Ausstellung "Blick ins eigene Gesicht - Fotografien zeitgenössischer Künstler in Tibet" anschauen. Übrigens ein Projekt zusammen mit dem Tibethaus unter der Leitung der Künstlerin Elke Hessel.

 

4. Der Klang Tibets

Ca. 30 Meter hinter dem Tibethaus-Zelt, auf der rechten Seite gibt es eine klangvolle Überraschung: Sie treffen die Musikerin und Schriftstellerin Ani Choying Drolma. Persönlich!

Text: Inga Walther, Foto: Tamara von Rechenberg

5. Öffnungszeiten des Tibethauses 

Achtung: Aufgrund der vielen Nachfragen haben wir das Tibethaus vom 30. Juli bis zum 7. August jeweils von 17 bis 20 Uhr für Besucher geöffnet.
Die Ausstellung "Äussere Bewegung - innere Bewegung. Fünf Künstler reisen durch Tibet" kann angeschaut werden.
Danach beginnt die Sommerpause: das Tibethaus wird - wenn nicht auf der Homepage unter Aktuelles anders angekündigt - bis einschließlich 28. August geschlossen sein.