Vernetztes Leben – Buddhismus kompakt

Alles, was mir passiert, ob gut oder schlecht, passiert immer unter der Einwirkung von anderen. Alles, was wir bekommen, um ein gutes Leben zu haben, materiell oder spirituell, bis zur Erlangung unserer höchsten Ziele, alles ist abhängig von der Unterstützung der anderen. Ohne sie können wir alleine gar nicht existieren. Wenn wir das Gute wahrnehmen, das wir von den anderen bekommen, gibt es keinen Platz für Egoismus.“

S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche

Vernetztes Leben – Buddhismus kompakt

Der tibetisch-buddhistische Stufenweg (Lamrim).  Zeitgemäß, verständlich und alltagstauglich.

Zwei aufeinander aufbauende Veranstaltungsreihen zu je 7 Wochenendseminaren und je einer Intensivwoche

Leitung: Shenphen Rinpoche und Dharma-Tutoren des Tibethauses

Ein Studien- und Praxisprogramm der Kategorie GRUNDLAGEN

© Tibethaus
© Tibethaus

Im Oktober 2021 startet unser neues zweijähriges Lamrim-Programm. Lamrim (tib. lam rim, dt. Stufenweg) Der Stufenweg zur Erleuchtung ist eine kompakte Zusammenstellung aller Themen, die für die buddhistische Praxis wichtig sind. Die Erklärungen bauen logisch aufeinander auf, von leicht zugänglich zu sehr anspruchsvoll. So hilft die Lamrim-Struktur Anfängern wie Fortgeschrittenen, auf ihrem individuellen Weg zur Buddhaschaft die nächsten Schritte zu gehen. 

Auch wenn man kein Buddhist ist, kann man von dieser klaren, systematischen und aufeinander aufbauenden Darlegung von Themen profitieren und wertvolle Denkanstöße für das eigene Leben erhalten. Denn es geht grundsätzlich um unser Zusammenleben mit anderen in dieser Welt. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind mit allen anderen Wesen auf dieser Erde zutiefst verbunden und vernetzt. Und es liegt an uns, daraus ein beglückendes Erlebnis für uns selbst und andere zu machen.

Seit der bengalische Meister Atisha (980-1054), der einen großen Einfluss auf die endgültige Etablierung des Buddhismus in Tibet gehabt hat, mit seinem brillanten komprimierten Lehrtext Bodhipathapradipam (dt. Lampe auf dem Pfad) den ersten Lamrim zusammengestellt hat, sind viele Schriften dieser Gattung verfasst worden. Später hat auch die tantrische Methode darauf Einfluss genommen, sodass z.B. die Lehrer-Schüler-Beziehung an den Anfang des Textes gerückt ist. 

Um einen zeitgemäßen Zugang für heutige Menschen zu ermöglichen, folgen wir mit diesem neuen Lamrim-Programm den Empfehlungen des Dalai Lama, zunächst mit Erklärungen der wesentlichen Grundgedanken zu beginnen, indem wir uns mit dem Konzept der säkularen Ethik des Dalai Lama und dem Prinzip des Abhängigen Entstehens auseinandersetzen. Von dort aus dringen wir zu buddhistischen Inhalten vor. Als roter Faden dienen uns zwei Texte, die klar, gut strukturiert und tiefgründig gleichermaßen sind: die „Zehn Bodhisattva-Unterweisungen“ aus dem „Abhisamayalankara“ des indischen Gelehrten Maitreya sowie der „Lamrim der Unterweisungen in 60 Versen“ von S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche, ein Werk, das ab Sommer 2021 in deutscher Übersetzung vorliegen wird.

Interessierte Menschen, die sich einen fundierten Überblick über den buddhistischen Weg mit Bezug zum eigenen Alltag verschaffen und lernen möchten, wie man meditiert, sind hier genau richtig! 

Das Programm wird folgender Struktur folgen: Der Lharampa Geshe Shenphen Rinpoche wird zu den jeweiligen Themen Unterweisungen geben und für Fragen der Teilnehmer zur Verfügung stehen. Die erfahrenen Dharma-Tutoren des Tibethaus - Andreas Ansmann, Annette Knüsel und Dr. Jochen Dienemann – helfen beim Wissenstransfer, regen Diskussionen und Gruppenarbeit an und führen durch die ergänzenden Meditationen. Auf diese Weise verbinden sich tibetische Lehrtradition und westliche Herangehensweise. Beide zusammen ermöglichen den Teilnehmern, vertiefendes Wissen und lebendige Erfahrungen mit dem Buddhismus zu sammeln.

An zwei Info Abenden stellen wir das Studienprogramm vor und beantworten Ihre Fragen:

Donnerstag, 1. Juli und Donnerstag, 9. September 2021, 19.30 bis 21 Uhr;

mit Shenphen Rinpoche und den beteiligten Tutoren.

Beide Termine finden dual, also vor Ort und per Zoom, statt.

MODALITÄTEN

Die Wochenendseminare werden im Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M. durchgeführt. Die Intensivwochen finden im Retreathaus Berghof in Wiesen, einem idyllisch gelegenen Dorf im Hochspessart, ca. 80 Km von Frankfurt entfernt, statt. Infos unter www.retreathaus-berghof.de

Fernstudium möglich: Das Studienprogramm wird dual, also als Präsenz- und ZOOM-Seminar durchgeführt und unter Beachtung des Datenschutzes aufgezeichnet. Die Intensivwochen sind reine Präsenzveranstaltungen.

Seminarzeiten im Tibethaus

Freitag             19 – 21 Uhr 

Samstag           12 – 18.30 Uhr

Sonntag           9.30 – 13 Uhr

Das Studienprogramm umfasst weniger Wochenenden, die dafür jeweils mehr Unterrichtseinheiten enthalten. So können die TeilnehmerInnen Fahrtkosten sparen und die Seminarwochenenden intensiv nutzen. 

Seminarzeit der Intensivwoche im Retreathaus Berghof

Beginn: 17 Uhr; Ende: 14 Uhr

Kosten pro Wochenende: 100.- für Mitglieder; 165.- für Nicht-Mitglieder, ermäßigt 65.-

Kosten pro Intensivwoche: 150.- für Mitglieder; 250.- für Nicht-Mitglieder; ermäßigt 100.-; zuzgl. Kost und Logis.

Anmeldung für jeweils ein ganzes Modul. Intensivwoche optional, doch sehr empfohlen! Für die Intensivwoche meldet man sich unter www.retreathaus-berghof.de/anmeldung an.

Studienmaterialien: Schriftliche Unterlagen, sowie die Audio- und Video-Aufzeichnungen der Wochenendseminare werden für die Teilnehmer via dropbox verfügbar gemacht. Interessierte können sich ab sofort unverbindlich auf eine Liste setzen lassen und erhalten vom Büro des Tibethauses weitere Informationen zur verbindlichen Anmeldung: info(at)tibethaus(dot)com

 

 

ZEITRÄUME, TERMINE UND INHALTLICHE SCHWERPUNKTE

Modul I von Oktober 2021 bis August 2022

1. Wochenende

15.bis 17. Oktober 2021            

Säkulare Ethik 

Damit Menschen harmonisch zusammenleben, brauchen sie Regeln. Doch heute möchte keiner mehr einfach „von oben“ etwas diktiert bekommen. Wir untersuchen, wie eine Ethik aussehen kann, die auf unseren Bedürfnissen nach Harmonie, Wohlergehen etc. aufbaut – jenseits religiöser Anschauungen. 

2. Wochenende

19. bis 21. November 2021

Zwei Wahrheiten und Buddha-Natur 

Es gehört zu unseren grundlegenden Erfahrungen, dass „die Welt“ anders ist als sie uns (zunächst) erscheint. Der Buddha hat dieses Phänomen mit der Lehre von den Zwei Wahrheiten erklärt. Wir lernen seine Erläuterungen näher kennen und finden auch heraus, was sie für das eigene Selbstverständnis bedeuten. 

3. Wochenende

28. bis 30. Januar 2022

Kostbares Menschenleben und Unbeständigkeit 

Im Alltag erleben wir uns oft als unzulänglich: Vielleicht werden wir ärgerlich, wo wir freundlich bleiben wollten, oder wir sind gierig, obwohl wir eigentlich Ressourcen schonend leben möchten. Und doch sollten wir nicht unterschätzen, welche Entwicklungsmöglichkeiten wir haben! Der Blick auf die Veränderlichkeit aller (äußeren und inneren) Dinge gibt uns Rückenwind.  

4. Wochenende

25. bis 27. März 2022

Vier Edle Wahrheiten: Leiden; Ursachen des Leidens

Mit der Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten zeigt der Buddha einen Weg zur Auflösung der Diskrepanz zwischen Schein und Sein (siehe Wochenende 2). Wir lassen uns ein auf seine Analyse der verschiedenen Leiden an bzw. in der Welt: Worin bestehen sie genau? Und vor allem: Wo kommen sie her?! 

5. Wochenende

29. April bis 1. Mai 2022

Vier Edle Wahrheiten: Beendigung und Weg; Zwölf Glieder

Wo Wissen ist, ist auch ein Weg. In der Dritten und Vierten Edlen Wahrheit hat der Buddha erklärt, wie wir vom Schein zum Sein, also vom Leiden zur Leidfreiheit kommen können. Wir lernen auch das Modell der „Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens“ kennen, das uns vor Augen führt, wie wir aus der leidhaften Verstrickung herausgelangen oder weiter darin feststecken können. 

6. Wochenende

10. bis 12. Juni 2022

Allgemeine Leiden; Entsagung; Zuflucht 

Wer die sogenannten Allgemeinen Leiden und die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erkennt, wird vielleicht den Wunsch entwickeln, die Ursachen des Leidens aufzugeben und nur noch Ursachen für Glück anzusammeln. Diesen Wunsch nennt man Entsagung. Traditionell wird gesagt, dass man erst, wenn man auf der Basis von Entsagung Zuflucht zu den Drei Juwelen nimmt, ein Buddhist ist.  

7. Wochenende

8. bis 10. Juli 2022

Karma; Niedrige Bereiche 

Ob Buddhist oder Nicht-Buddhist – an diesem Wochenende studieren wir, wie der Buddha den Zusammenhang zwischen heilsamen/unheilsamen Handlungen und Glück/Leid erklärt hat. Formuliert hat er das im (Natur-)Gesetz von Karma. Wir erfahren auch, welche Konsequenzen es hat, wenn wir konstant unheilsames Karma ansammeln. 

Intensivwoche

13. bis 19. August 2022 im Retreathaus Berghof

In der ruhigen, ländlichen Atmosphäre des Retreathauses im Spessart können wir Abstand vom stressigen Alltag finden und uns tiefer mit den Themen des Stufenwegs befassen. Wir üben täglich in mehreren Sitzungen unter Anleitung, wie man meditiert, und erfahren mehr und mehr die Freude, die entsteht, wenn wir die Konzentration nach innen richten. Achtsames Schweigen hilft uns dabei.

Modul II von September 2022 bis Juli 2023

8. Wochenende

9. bis 11. September 2022 

Drei Übungen und gute Lehrende

Am 7. Wochenende haben wir analysiert, welche negative Konsequenzen unheilsame Handlungen nach sich ziehen. Nun widmen wir uns der Frage, was zu tun ist, um dauerhaftes, stabiles Glück zu erfahren. Die Drei Übungen von Ethik, Konzentration und Weisheit geben ganz konkrete Hilfestellung. Wir untersuchen die Bedeutung von guten Lehrenden und lernen, wie wir ihre Qualitäten erkennen können. 

9. Wochenende

14. bis 16. Oktober 2022

Bodhicitta  

Im tibetischen Kulturkreis verkörpern etliche Lehrer/innen, wie der Entschluss, ausschließlich zum Wohle aller fühlenden Wesen zu wirken, zum alles prägenden Charakterzug werden kann. Wir beleuchten, welche Vorteile es für uns hätte, selbst diesen Entschluss – „Bodhicitta“ (der Geist der Erleuchtung) genannt – zu entwickeln. Und wir lernen, dass wir dafür die „Sechs Vollkommenheiten“ üben müssen. 

10. Wochenende

25. bis 27.November 2022 

Geben; Ethische Disziplin 

Wir studieren die ersten beiden der Sechs Vollkommenheiten: Geben und ethische Disziplin. Sie legen die Basis für die Schulung unseres Geistes. Mit einem geschulten Bewusstsein wird es immer leichter, Schein und Sein zu unterscheiden und sich adäquat auf die äußeren und inneren Dinge zu beziehen.  

11. Wochenende

20. bis 22. Januar 2023

Geduld 

Wir studieren die dritte der Sechs Vollkommenheiten: die Geduld. Sie ist das direkte Gegenmittel zu Ärger und bewahrt uns zunehmend vor unheilsamen Handlungen, die durch Hass oder Wut motiviert sind. Wir sind keineswegs passiv, sondern schauen genau hin, um zu verstehen, wie und warum Ärger entsteht. Genauso lernen wir, was wir vorab tun können, um einen drohenden Wutanfall zu vermeiden, und was, sollten wir ihn nicht haben stoppen können, hilfreich ist, um seine karmischen Folgen zu verringern. 

12. Wochenende

3. bis 5. März 2023

Freudige Tatkraft; Konzentration 

Wir studieren die vierte und fünfte Vollkommenheit: Freudige Tatkraft hilft uns, unbeirrt am Ball zu bleiben und aufkommende Hindernisse mit einer guten Motivation zu überwinden. Konzentration hilft uns dabei, immer feinere Ebenen unseres Bewusstseins zu ergründen und damit zunehmende Klarheit und geistige Kontrolle zu erlangen. Ohne die beiden kein Fortkommen auf dem Weg zur Erleuchtung. 

13. Wochenende

21. bis 23. April 2023

Weisheit 

Mit der Sechsten Vollkommenheit, der Weisheit, schließt sich ein Kreis: denn sie widmet sich dem genauen Verständnis der zweiten der beiden Wahrheiten (siehe Wochenende 2), der endgültigen Realität. Die Erkenntnis der endgültigen Realität ist die Weisheit, die die grundlegende Unwissenheit überwindet. Sie ist der Schlüssel zum tiefen Verständnis unserer Existenz und unseres Potenzials. Es wird gesagt, dass wir dadurch aus Samsara herausgeführt werden. 

14. Wochenende

2. bis 4. Juni 2023

Abschluss; Wie es weitergeht

Der Moment, in dem wir zum ersten Mal direkte Einsicht in die endgültige Realität erlangen, ist auf dem Weg zur Erleuchtung noch nicht das Ende, aber ein wichtiger Meilenstein. Am letzten Wochenende schauen wir uns an, wohin der Weg in Zukunft noch führen wird. 

Intensivwoche

8. bis 14. Juli 2023 im Retreathaus Berghof

Zum Abschluss des Studienprogramms vertiefen wir uns noch einmal in die miteinander verwobenen Themen, suchen nach Bezügen zu unserem eigenen Leben und gewinnen durch die Ruhe der Zurückgezogenheit einen friedlicheren, glücklichen Geist. Wir ordnen unsere Gedanken und werden uns darüber klar, wie wir diese Inhalte weiter in unser Leben integrieren können.

 

LEHRENDE UND ÜBERSETZERINNEN

Shenphen Rinpoche ist ein Gelugpa-Lehrer der jüngeren Generation, der in den Klöstern Ratö und Drepung seine philosophische Ausbildung absolviert und als Geshe Lharampa, dem höchsten Abschluss, beendet hat. Vom spirituellen Leiter und Gründer des Tibethaus, S. E. Dagyab Kyabgön Rinpoche, dem er sehr eng verbunden ist, wurde er eingeladen, nach Deutschland zu kommen und als Leiter des Bereichs Buddhismus im Tibethaus zu wirken. Seit 2017 lehrt er hier in Frankfurt fortlaufend unterschiedliche Studienprogramme und zeichnet sich dabei durch sein großes Fachwissen, gepaart mit Erfahrung, Bescheidenheit und Warmherzigkeit aus. Rinpoche lehrt in Tibetisch und wird ins Deutsche übersetzt. Er spricht ein wenig Englisch und Deutsch.

Katrin Querl, Buddhistin und Tibetologin, Absolventin eines sechsjährigen Philosophie-Studiums in Dehradun, übersetzt seit vielen Jahren Texte und mündliche Unterweisungen aus dem Tibetischen. Sie zeichnet sich durch eine klare Sprache, hervorragendes Wissen und Freundlichkeit aus.

Greta Betzold, Tibetologie-Studentin und Übersetzerin aus dem Tibetischen. Seit Kindesbeinen ist sie Schülerin von Dagyab Rinpoche und inzwischen Mitarbeiterin im Tibethaus. Sie spricht fließend modernes Tibetisch und hat eine große Begeisterung für Tibet und Buddhismus.

Annette Knüsel, Texterin, Dharma-Tutorin, praktiziert Buddhismus seit mehr als 20 Jahren unter Anleitung von Dagyab Rinpoche und anderen großen Meistern. Der Lamrim ist für sie immer wieder eine Quelle der Inspiration. Sie ist gebürtig aus dem Rhein-Main-Gebiet und lebt seit ein paar Jahren in der Zentralschweiz. 

Andreas Ansmann ist Schüler und Dharma-Tutor von Dagyab Rinpoche. Als Mitarbeiter im Tibethaus ist er für den Verlag verantwortlich und arbeitet zudem als Psychologischer Psychotherapeut in einer ambulanten therapeutischen Praxis.

Dr. Jochen Dienemann, Arzt, ist seit 1994 Schüler von Dagyab Rinpoche und wurde von ihm zum Dharma-Tutor ernannt. Seine Praxisschwerpunkte sind Meditation und Lamrim. Er lebt in Hannover und leitet dort Dharma-Praxis-Gruppen.