Chökor Tibethaus Journal

Chökor Tibethaus Journal 65

Liebe Leserinnen und Leser,

Vielleicht werden Sie sich über das Titelfoto dieser Ausgabe wundern. Dazu habe ich eine – hoffentlich ausreichende – Begründung: 2018 steht im Tibethaus unter dem Zeichen des „Mandala“.

Zum einen wird gerade ein dreidimensionales Mandala des Chenresig, des Buddha des Mitgefühls, im Auftrag unserer Kulturstiftung hergestellt. Dieses wird zukünftig im zweiten Stock des Hauses, in der blauen Ebene, zu sehen sein. Zum Entstehungsprozess dieses außergewöhnlichen Mandala findet sich übrigens ein Artikel ab S. 40. in dieser Ausgabe. Zum anderen wird es im September im Tibethaus eine Ausstellungseröffnung zum Thema Mandala geben, in der die Vielfalt des Themas Mandala sichtbar werden wird.

Es „schwirren“ uns also gerade viele Mandala-Gedanken durch den Kopf. So kam es, dass wir, als wir vor einigen Wochen vom Balkon auf den gerade entstehenden Tibethaus-Garten schauten, spontan dachten, dass die runden Pflasterarbeiten an ein Mandala erinnern, aber auch an die vielen „Baustellen“, die wir noch zu beseitigen haben.

Unser ganzes Tibethaus-Projekt ist eine Art Mandala, das sich aus etlichen Puzzlesteinen zusammensetzt. Viele Menschen arbeiten daran, es ist nicht alles perfekt, aber es hat seine ganz eigene Schönheit.

„Wunschgebete und Bauen von Klöstern und Statuen helfen nicht, dass der Buddhismus weiter existiert.“ So lautet die Überschrift zum Artikel des Dalai Lama, in dem er an seine Landsleute appelliert, die buddhistischen Schriften zu studieren, eine ethisch korrekte Einstellung zu kultivieren und sich nicht an äußerliche Dinge zu hängen.

Daran schließt sich ein Bericht über Dagyab Rinpoches „Rede an die Nation während des diesjährigen Osterkurses an. Hier findet er genauso kritische Worte in Bezug auf das Verhalten vieler westlicher Buddhisten, die sich immer nur um sich selber drehen und nicht das Herz öffnen für die Bedürfnisse und Nöte anderer.

Kritik übt auch Jetsünma Tsültrim Allione an der amerikanischen Gesellschaft und insbesondere an der Missachtung der Frauen. Wir haben das Glück, dass wir vorab einen Auszug aus ihrem neuen Buch „Die Fünf Dakinis“ veröffentlichen können, der Lust macht, mehr zu lesen.

Die Veröffentlichung der Lebensgeschichte des Dobi Sherab Gyatso hat bei uns intern auch einige Diskussionen ausgelöst. Für die einen ist er eine Art „Wendehals“, für die anderen eine faszinierende, eigenwillige Persönlichkeit. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild! Anschließend berichtet Dagyab Rinpoche über Feste im alten Tibet und seine unglückliche Rolle als kleiner hochrangiger Tulku. Am Schluss unseres diesmal wieder „prall gefüllten“ Journals folgt der umfangreiche Service-Teil mit Buchrezensionen, Programmankündigungen und Kontaktadressen.

Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Nachdem wir acht Jahre den Preis des Tibethaus Journals stabil gehalten haben, die Layout- und Druckkosten jedoch gestiegen sind, möchten wir ihm ab der nächsten Ausgabe 1.2019 von 6 Euro auf 7.50 Euro erhöhen und hoffen, dass Sie dafür Verständnis haben.

Ich wünsche Ihnen viel Inspiration und Freude beim Lesen!

 

Ihre Elke Hessel

 

Erscheinungsweise: halbjährlich (Dezember und Juli/August). Auflage 1000. Die Zeitschrift Chökor wird an die Mitglieder des Vereins kostenlos, an alle weiteren Interessenten zum Abonnementspreis von EUR 15 pro Jahr in der BRD und EUR 18 pro Jahr im Ausland abgegeben. Ab Ausgabe 66 erhöht sich der Preis auf EUR 18 pro Jahr in der BRD und EUR 21 pro Jahr im Ausland.

Haben Sie Interesse dem Verein beizutreten oder die Zeitschrift zu abonnieren? Für weitere Fragen sind wir gerne für Sie da!